Eisrettung

Im Winter 2002/2003 baute die Ortsgruppe Andernach ihren Eisrettungs-Trupp auf.

Drei spezielle Rettungsanzüge wurden gekauft. Mit einem solchen Anzug kann ein Retter bis zu 8 Stunden in Wasser von 0°C überleben
Zusätzlich werden bei Wintereinbruch Rettungsgurte, Seile, Befestigungsgurte, Feststoffschwimmwesten, ein Rettungsbrett und Eispickel auf den Anhänger geladen und für den Einsatz vorbereitet.

Wann rücken wir aus?

Wenn wir über die Leitstelle oder die Feuerwehr über Funkmelder alarmiert werden.


Was geschieht dann?

Als erstes rücken wir mit dem Mannschafts-Transportwagen aus. In diesem Fahrzeug kann sich während der Fahrt ein Retter in den Spezialanzug zwängen. Ein zweiter Helfer steht ihm dabei zur Seite. Danach wird der Rettungsgurt übergeworfen und der Retter angeleint. Am Einsatzort angekommen kann der Retter sofort Richtung Eisfläche aufbrechen. Der zweite Helfer befestigt das Ende des Seils an einem festen Punkt. Der Helfer im Rettungsanzug begibt sich auf die Eisfläche und kann zum Verletzten/Eingebrochenen hin kriechen.

Parallel dazu rückt der zweite Einsatzwagen mit dem Eisrettungs-Anhänger aus. Am Einsatzort angekommen macht sich ein zweiter Retter fertig, um die Eisfläche zu betreten. Dieser wird ebenfalls mit einem Rettungsgurt gesichert. Wenn die Situation es erfordert, wird das Rettungsbrett genutzt:

Damit der Retter schneller, einfacher und sicherer an die Einbruchstelle kommt, legt er sich auf das Rettungsbrett und zieht sich mit Eisdornen zur verletzten Person hin.

Der erste Helfer kann die unterkühlte Person auf die Eisfläche ziehen. Bricht das Eis weiter ein, wird das Rettungsbrett untergeschoben, um den Druck auf das Eis zu verteilen.

Wenn das Opfer auf dem Rettungsbrett liegt, wird es mit dem Brett an Land gezogen und dort dem DRK übergeben.


Wie oft wird das geübt?

In jedem Hebst wird das Anziehen des Anzuges und der Umgang mit dem Einsatzmaterial geübt. Das ist wichtig, da im Einsatzfall jeder Griff sitzen muss. Erschwerend kann naturgemäß hinzukommen, dass die Temperaturen sehr niedrig sind und ein Einsatz auch im Dunkeln stattfinden kann.
Wenn das Wetter mitspielt, nutzen wir das erste Eis aus, um in „freier Wildbahn“ zu trainieren. Um die Gefahr besser kennen zu lernen, gehen wir auch auf sehr dünnes Eis, wo wir dann auch mal mit Absicht einbrechen.

Wie helfen wir, Unfälle zu vermeiden?

Wenn Städte, Behörden oder Personen Bedenken haben, dass eine Eisfläche zu dünn werden könnte, helfen wir bei der Feststellung der Eisstärke. Dazu geht ein Helfer in einem Kälteschutzanzug auf die Eisfläche, bohrt mit einem Handbohrer ins Eis und bestimmt mit Hilfe einer speziellen Messstange die Eisdicke. Durch dieses Loch kann auch die Wassertemperatur gemessen werden.


Soll ich zu einem Eingebrochen auf das Eis gehen?

Ist man zu zweit, kann einer sofort Hilfe holen, indem er z.B. per Handy / Telefon beim Rettungsdienst anruft. Der Zweite sollte versuchen, das Opfer zu beruhigen. Je mehr sich ein Eingebrochener bewegt und strampelt, umso mehr Luft kommt unter die Eisfläche, wodurch das Eis schneller einbrechen kann.

Wenn der Eingebrochene noch aus dem Loch herausschaut und sich festhalten kann, sollte man vorsichtig auf das Eis gehen und sich - wenn möglich – flach hinlegen. Dadurch wird der Druck besser verteilt. Dann reicht man der Person einen Ast, ein Brett, eine Jacke o.ä. als Verlängerung an und versucht, diese aufs Eis zurück zu ziehen. Gelingt es nicht, das Opfer aufs Eis zu ziehen oder bricht das Eis weiter ein, sollte man in Ruhe verharren und warten, bis Hilfe kommt.

Der Verunfallte sollte sich zum Wärmeerhalt und zur Eigensicherung so wenig wie möglich bewegen. Der Helfer sollte mit der Person reden und sie bei Bewusstsein halten.
Wenn die eingebrochene Person aus dem Wasser ist, sollte sie so schnell wie möglich dem Rettungsdienst übergeben werden. Wichtig ist, die nasse kalte Kleidung komplett auszuziehen, die Person z.B. in eine trockene Decke einzuhüllen und nicht zu schnell aufzuwärmen.